Fragen an unseren Tambourmajor Marcel Reiter

Marcel Reiter - TambourmajorMarcel Reiter ist seit der GV 2008 der neue Tambourmajor der Noggeler Guuggenmusig. Wie hat er die Fasnacht erlebt, wie hat er sich darauf vorbereitet und welche Eindrücke haben ihm die närrische Zeit hinterlassen?

Das Interview geführt hat Chregu Aerni

Chregu: Die erste Fasnacht an vorderster Front bei den Noggeler. Wie hat dir die Fasnacht als Tambi der Noggeler gefallen?
Marcel Reiter: Die Fasnacht 2009 war für mich ein umwerfendes Erlebnis. In der Formation mitzulaufen und mitzuspielen war ja bereits ein Highlight. Aber vorne an der Spitze nimmt man das bunte Treiben noch einmal viel intensiver war. Ich habe nach der Fasnacht noch mindestens zwei Tage gebraucht um die vielen Eindrücke zu verarbeiten.

Konntest du dir das Amt als Tambourmajor so vorstellen und sind deine Erwartungen erfüllt worden?
Natürlich war am ersten Fasnachtstag am SchmuDo noch Nervosität da. Aber zum Glück gab es beim Empfang der Zunftnaue ein tüchtiges „Kafi met Schnaps“. Das umfangreiche Rahmenprogramm der Zunft zu Safran am SchmuDo Vormittag hat geholfen nicht lange über wenn und aber nachzudenken. So war dies für mich ein toller und angenehmer Start.

Wie war das Echo der Leute, der Fans?
Das war unglaublich positiv. Ich war ehrlich gesagt über soviel positives Echo überrascht. Ich wurde nach praktisch jedem Auftritt von Leuten angesprochen. Die Noggeler haben sehr viele Komplimente von unseren Zuhörern erhalten. Also, weiter so. Nur einmal hat sich jemand beschwert, es hätte zu wenig „geschränzt“. Ich habe dies als Kompliment aufgefasst.

Gab es Momente in denen du lieber wieder „hinten hinein“ gestanden wärst?
Nein, definitiv nicht. Ich habe jede einzelne Fasnachtsminute als Tambi genossen.

Was gefällt dir ganz besonders am Tambourmajoren-Job?
Ich stehe bei den Noggeler-Konzerten immer in der ersten Reihe und habe genug Platz um mich. Also habe ich eigentlich einen Logenplatz.

Was macht dir mehr Spass: Dirigieren oder selber Musizieren?
Ich spiele für mein Leben gerne selber Musik. Die Aufgabe als Tambourmajor macht mir sehr viel Freude und ist für mich eine persönliche Erfüllung. Die Führungsaufgabe ist die eine Sache. Dazu kommen aber auch die ganzen Vorbereitungsarbeiten während dem Vereinsjahr und viele spannende Sitzungen mit Vorstand und MK. Was mir gefällt ist, dass wir gemeinsam unsere Aufgaben für den Verein bearbeiten und immer interessante Ziele vor Augen haben.

Konnten die Noggeler deine musikalischen Vorstellungen und Anforderungen umsetzten?
Absolut. Ich habe das erste Amtsjahr dazu nützen können meine musikalischen Vorstellungen zu intensivieren. Es ist eine andere Sache vor dem Verein zu stehen als mitten drin. Ich musste mein Gehör an die neue Situation anpassen. Heute nehme ich den Noggelersound anders wahr und habe denke ich auch ein besseres Gespür in die einzelnen Register reinzuhören als noch vor einem Jahr.

Musstest du auch mal hart durchgreifen?
Es hat in der Probephase sicher Situationen gegeben wo ich durchgreifen musste. Es ist für die Mitglieder nicht immer einfach aus dem Alltag zu kommen und immer gleich wach oder gleich konzentriert an den Proben mitzuwirken. Man hat auch das Bedürfnis mit seinen Kameraden zu plaudern und zu tratschen. Da wir aber fest definierte Proben und musikalische Ziele vor Augen haben, gehört es zu meinen Aufgaben manchmal durchgreifen. Dies wird von den Mitgliedern aber auch von mir erwartet.

Wie hast du die Proben erlebt?
Was der Fasnacht vorausgeht ist sicherlich eine intensive Probezeit. Ich habe in dieser Zeit gelernt was der Alltag für unsere Mitglieder bedeutet. Ich denke für alle Noggeler spielen neben der musikalischen Aufgabe auch die Zufriedenheit und der persönliche Ausgleich eine wichtige Rolle. In diesem ersten Jahr als Tambourmajor war es mir zuallererst wichtig die Noggeler persönlich kennen zu lernen. Ich habe das erste Jahr nutzen können mit den Arrangeuren zusammenzuarbeiten. Wir dürfen mit Stolz behaupten, dass wir unterbruchsfrei neue Hits an der Fasnacht präsentieren konnten. Deshalb einen speziellen Dank an die Arrangeure Reto Pleisch, Andy Ineichen und Roger Stummvoll.

Ich hatte mir für das erste Jahr einen klaren Fahrplan zurechtgelegt und mich auch an diesen gehalten. Dazu gehörte im Speziellen auch eine Probe für eine neue Konzertaufstellung. Wir wollen uns schließlich nicht nur musikalisch präsentieren. Ich war vom Einsatz der Mitglieder an dieser Probe begeistert. Alle haben toll mitgearbeitet. Mit Beamer, Powerpointfolien und Trillerpfeife haben wir drei neue Aufstellungen einstudiert. Als Resultat sind die Aufstellung „Kleine Bühne“ und ein Schnupfspruch, der speziell dieser Probe gewidmet wurde, entstanden.

Wir durften ja in einem neuen Probelokal in Emmen proben. Wie wichtig sind solche Möglichkeiten für die Noggeler?
Wir waren letztes Jahr plötzlich darauf angewiesen kurzfristig ein neues Probelokal zu finden. Im Muusighuus Emmen haben wir ein tolles Probelokal gefunden welches neben einem grossen Proberaum auch Registerräume und ein Clubbeizli bietet. Die Noggeler führen jedes Jahr in der Probephase mindestens sechs bis sieben Registerproben durch. Früher haben die Register die Proben in verschiedenen Lokalitäten durchgeführt. Heute dürfen wir dies alle zusammen unter einem Dach erleben. Ich denke dies ist für unser  Vereinsleben ein großer Vorteil. In dieser Umgebung haben wir die Gelegenheit einen Probeabend in Registerprobe und Gesamtprobe aufzuteilen und können so anschließend Gelerntes an einem Abend gleich zusammenfügen. Ich empfinde die Proben im Muusighuus Emmen als effizient und angenehm. Das Muusighuus Emmen wurde übrigens in Eigen­leistung der Musikge­sell­schaft Emmen gebaut. Auf www.mgemmen.ch findet man weitere De­tails dazu.

Hast du schon wieder neue Ideen für das nächste Jahr?
Ich möchte an meinem Fahrplan weiter festhalten. Dies bedeutet im ersten Halbjahr 2009 wieder 3-4 neue Stücke gemeinsam mit den Arrangeuren zu erarbeiten. Dabei gehen wir auf die Wünsche unserer Mitglieder, Gönner und Fans ein und führen eine Liste über die Stückvorschläge. Zudem mache ich mir Gedanken fürs nächste große Highlight: Chicago 2009. Da dieser Event im November 2009 stattfinden wird, ist es wichtig sich zu überlegen was man bis zu diesem Event einstudieren will bzw. wie der Probeplan bis zu diesem Event aussehen soll.

Dein absolutes Highlight in deinem 1. Amtsjahr?
Die Fasnacht 2009 inkl. Proben und Vorfasnachtskonzerten als Ganzes war ein Highlight. Es brachte über das Gesamte gesehen sehr viel Freude und Genugtuung. Deshalb möchte ich an dieser Stelle einen speziellen Dank an alle Mitglieder für deren Unterstützung und aktives Mitmachen ausrichten. Nicht vergessen möchte ich aber auch unsere treuen Gönner und Fans. Ihr gebt uns immer wieder den Ansporn neue Ideen entstehen zu lassen und uns wieder auf neue schöne Noggelermomente vorzubereiten. Ich freue mich schon „rüüüdig“ auf das Vereinsjahr 2009/2010 mit den Noggelern. Speziell denke ich hier natürlich an Chicago 2009 und an die nächste Fasnacht. Unser neues Sujet steht übrigens seit dem 18.März 2009 bereits fest. Lasst Euch überraschen!

Danke für das Interview. Wir freuen uns noch mehr von dir zu hören, sei es in musikalischer oder visueller Art.

Die gesamte Noggi Tribune gibt’s auch als Download: Noggi Tribune Nr.1/2009



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